ERASMUS-Studium in Norwegen: spannend und besonders!
Wohin soll es gehen? Eine Entscheidung zu treffen, wo ich mein Auslandssemester verbringen werde, fiel mir nicht besonders schwer. Viele meiner Kommilitonen und Freunde fragten mich, was willst du denn in Norwegen, wenn du New York, Hawaii, Madrid oder Paris zur Auswahl hast? Meine Antwort lautete: Ich möchte andere Erfahrungen sammeln als andere, ich möchte etwas Besonderes!
Das Auslandsstudium und der Alltag – Zunächst war es eine Umstellung englische Vorlesungen zu besuchen, aber nach einiger Zeit gewöhnte man sich sehr schnell daran. Die Uni hat schöne, helle Klassenräume, jeder ausgestattet mit einem Computer, einer Leinwand und einem Overhead Projektor, was die Arbeit der Professoren und uns Studenten erheblich erleichtert. Von meinen fünf gewählten Kursen waren drei Professoren aus den USA, Spezialisten auf den Gebieten und mit langjähriger und sehr erfolgreicher beruflicher Karriere. Wenn diese aus ihren eigenen Erfahrungen berichten und man somit mit der Materie vertraut wird, ist das eine super spannende Vorlesung.
Das Leben und die Finnmark – Ich habe mich mit Norwegern angefreundet und wäre auch gerne länger geblieben. Dennoch ist es recht kostspielig, dort zu leben. Die Lebenshaltungskosten sind sehr hoch und so musste man sehr darauf achten was man ausgab. Eine meiner besten Erfahrungen war jedoch eine Reise in die Finnmark, d.h. in den Norden Norwegens. Mein Mitbewohner, ein Sami, lud mich und eine Norwegerin in seine Heimatstadt »Kautokeino« ein. Der Flug von Oslo nach Alta dauerte sogar länger als der Flug nach Hamburg. Das kann man sich gar nicht vorstellen, dass ein Land so lang sein kann. Als ich aus dem Fenster des Flugzeuges sah, sah ich eine weiße Berglandschaft, ohne Lichter oder jeglicher Bewegung. Normalerweise sieht man ja die Lichter von den Häusern oder Autos, aber hier war absolut nichts. Von Alta, der Hauptstadt der Finnmark, fuhren wir noch mal ca. 1,5 Stunden nach Kautokeino. Das Sami-Folk ist sehr nett und man sah viele Rentiere, Schneescooter, welche das wahre Fortbewegungsmittel waren und natürliche die traditionelle Nationalkluft. Wir besuchten auch eine Rentierfarm, ich fuhr Schneescooter, und ich durfte sogar eine der Kluften anprobieren. Auch die Sprache der Sami war interessant zu hören und auch das traditionelle Essen, wie z.B. Rentierherz war super lecker. Dieses Wochenende werde ich nie vergessen, denn es war ein einmaliges Erlebnis, nicht als Tourist, sondern als Freund, das Leben in einer so verlassenen Gegend zu erleben.
Fazit »Ich kann jedem, der die Natur, den Winter und verschiedene Sportarten liebt, nach Norwegen zu fahren. Aber auch für diejenigen, die kein Interesse an solchen Dingen haben, lohnt es sich das Land und die Menschen kennenzulernen. Mein Auslandsaufenthalt in Norwegen war mein vierter Auslandsaufenthalt und es war einer der Besten, wenn nicht sogar das Beste! ›Jeg elsker dette landet‹ – Ich liebe dieses Land!«
Nora Kirchner
Hamburg, den 01.06.2011









