Mein Auslandssemester am International College of Management Sydney
Am 17. Januar 2011 ging der Flug von Frankfurt nach Sydney. Am anderen Ende der Welt angekommen wurden die Temperaturen deutlich wärmer – wir waren Mitten im Sommer! Zusammen mit vier Freunden von der EBC begann also nun das Abenteuer Australien. Wir hatten ca. zwei Wochen eingeplant, um eine Wohnung zu finden, welches sich jedoch mit einer Anzahl von fünf Personen durchaus schwieriger gestaltete als gedacht. Die Anfangstage wurden somit in verschiedenen Hostels verbracht, wobei zugleich im zweiten Hostel eine unangenehme Überraschung auf mich wartete: Eine riesige Spinne! Spätestens jetzt war mir klar: Ich bin in Down Under. Mit viel Glück fanden wir eine Traum-Wohnung in der 53. Etage im Central Business District von Sydney. Zuvor hatten wir uns gegen die Variante »On-Campus« am ICMS entschieden, um unabhängiger zu sein. Nachdem wir eingezogen waren, konnten wir die Stadt zum ersten Mal auf uns wirken lassen und zweifelsohne ist der Ausblick auf die Darling Harbour Bridge mit dem Opern Haus unbezahlbar. Da Australien zuvor mehrere Naturkatastrophen durchleben musste (z.B. die Fluten in Queensland) sind leider die Preise sowie der Dollar Kurs in die Höhe geschossen, welches schnell in unseren Geldbörsen spürbar war. Das Leben in Australien kann durchaus eine sehr kostspielige Angelegenheit werden, dessen sollte man sich bewusst sein.
Ein paar Tage später machten wir uns zum aller ersten Mal auf den Weg nach Manly. Der Weg zur Uni von unserer Wohnung in Downtown dauert ungefähr 70-90 Minuten, je nachdem wie pünktlich der öffentliche Nahverkehr ist. Da wir in der Stadt wohnen, müssen wir ca. 30 Minuten mit der Fähre von Circular Quay nach Manly fahren. Als wir zum ersten Mal an der ICMS ankamen fühlten wir uns wie im Schloss Hogwarts von Harry Potter. Alles war sehr altertümlich eingerichtet. Zugleich hatten wir einen sehr netten Empfang, und wurden direkt zum Abendessen in einem lokalen Pub auf Kosten der ICMS eingeladen. Es sollte eine Art Begrüßungsgeschenk werden, welches wir dankend entgegen nahmen.
Der erste Uni-Tag folgte bald. Wir bekamen als erster Jahrgang an der ICMS einen 500 $ Einkaufsgutschein und machten uns auf den Weg in die Warringah Mall um uns mit Business Anzügen einzukleiden. Wir studieren alle einen Business Studiengang und ich halte es für eine gute Sache die Uniformen zu tragen, da man sich direkt anders verhält und man sich auch für das spätere Berufsleben eingewöhnen kann.
Das ICMS beherbergt viele internationale Studenten, vor allem aus den skandinavischen Ländern und Amerika. Natürlich sind auch viele Asiaten aus China, Singapur etc. an der Uni eingeschrieben. Die Fächerwahl bzw. der Fächerwechsel gestaltete sich als recht unkompliziert. Nach ein paar Verschiebungen fiel meine Wahl auf die Kurse: »Attractions & Resort Operations«, »Principles of Marketing«, »Event Promotions & Sponsorship« und »International Events«. Insgesamt haben mir alle Kurse sehr gut gefallen, da sie sehr viele praktische Einblicke und Beispiele ermöglichten. In fast allen Kursen wurden existierende Events und Fallbeispiele benutzt zu denen wir Konzepte, Ideen u.v.m. selber entwickeln und anpassen mussten. Für International Event haben wir die Aktivitäten rund um das Surf-Fest in Newcastle evaluiert. In Marketing mussten wir eine Zielgruppen-Analyse für die britische Textilfirma Superdry durchführen und in Attractions & Resort sowie in Sponsorship ein Resort bzw. Event selber kreieren und die Kommunikation-und Marketingstrategien anpassen.
Die Vorlesungen verlaufen ähnlich zu denen an der EBC Düsseldorf und gehen ebenfalls über 90 Minuten. Es wird ebenso wie in Düsseldorf ein Online Portal mit allen nötigen Informationen zur Verfügung gestellt. Sehr gut fand ich zu Anfang der ersten Kursvorlesung das »Scheme of Work«, welches von jedem Dozenten ausgeteilt wurde. In diesem Dokument wurden die genauen Wochenthemen und Inhalte beschrieben, die Zusammensetzung und Erwartungen der Prüfungsleistungen sowie das erwartete Fachwissen nach dem Auslandssemester. Diese Übersicht war sehr hilfreich zur Orientierung und um die genaue Erwartungshaltung zu erfüllen.
Ganz anders als in Deutschland ist das Notensystem in Australien. Die Noten werden in der Formation von HD - High Distinction, D - Distinction, C - Credit, P - Pass und F - Fail verteilt. In Australien besteht bekanntlich eine "easy-going culture" und offenbar schlägt sich dies auch in der Hochschule nieder: Viele Studenten machen ihre Assignments in der bekannten "last minute" und geben sich mit einem Pass oder Credit völlig zufrieden. Ob dies erstrebenswert ist, muss sicher jeder für sich selbst entscheiden; insgesamt versuchen wir alle aber, uns auf das fremde akademische System einzulassen und das Beste mit nach Hause zu nehmen.
Alles in allem kann ich das ICMS weiterempfehlen. Ich persönliche habe bis jetzt sehr viel in meinen ausgewählten Fachbereichen gelernt und neues Wissen durch die Praxisbeispiele mitnehmen können. An die Uniformen gewöhnt man sich schnell und man lernt andere internationale Studenten kennen. Allerdings würde ich beim nächsten Mal »On Campus« wohnen, um mich noch intensiver mit den Kommilitonen aus der ganzen Welt austauschen zu können.
Meine Zeit in Sydney ist in ca. 6 Wochen vorbei. Nach einer »Detour« über die Ostküste geht es dann am 28. Mai 2011 von Brisbane zurück nach Hause – pünktlich zum Winteranfang in Australien.
Sarah Gädig
Studierende der EBC Hochschule Campus Düsseldorf









