Mein Einstieg bei einem Großkonzern

Erfahrungsberichte Berufseinstieg, 24.10.2009

Nach einem erfolgreichen Abschluss am Campus Berlin waren die Erwartungen an die Arbeitswelt groß. Zielgerichtete Vorstellungen von seinem künftigen Arbeitsleben helfen einen allerdings dabei aus der Fülle an zahlreich lockenden Stellenageboten genau das Passende für einen selbst herauszufiltern. Aufgrund meiner familiären Wurzeln, besaß ich schon früh eine Affinität zum Handel und zur Lebensmittelbranche. Ein Abstecher in die Automobilindustrie während des Studiums haben mich darin noch dazu bekräftig, welche Richtung ich wirklich einschlagen will.

Im Juli 2007 war es dann so weit. Ich bekam das Angebot der REWE Group im Bereich Internationaler Einkauf Trainee zu werden und habe angenommen. Natürlich habe ich mich auch gefragt was Personaler und Vorgesetzte dazu bewogen hatte mich auszuwählen. Die Antworten unterschieden sich im Detail. Mein Vorgesetzter überzeugte vor allem die Internationale Ausrichtung meines Studiums, welche für die Trainee-Position von großem Vorteil war. Die Personalerin war nicht nur von meiner Leidenschaft für Lebensmittelhandel angetan, sondern auch von meinen breit gefächerten Studienkenntnissen beeindruckt.

In meiner derzeitigen Tätigkeit habe ich die Möglichkeit viele meiner im Studium gewonnenen Kenntnisse einzubringen. Bei der Trainee-Tätigkeit im Internationalen Einkauf geht es darum Koordinations- und Projektaufgaben zu übernehmen, welche hauptsächlich in den Bereich Coopernic fallen. Coopernic ist eine Einkaufskooperation der REWE Group mit vier weiteren europäischen Handelspartnern. Die verschiedenen Unternehmen dieser strategischen Allianz versuchen, durch das gebündelte Einkaufsvolumen, eine stärkere Position gegenüber den großen Markenlieferanten wie Kraft Foods oder Procter & Gamble einzunehmen. Auch wenn Lebensmittelhandel sehr speziell ist, benötigte ich doch für dieses Aufgabenfeld vor allem die Fähigkeit Projekt koordinieren zu können. Hier kommen mir besonders das gewonnene Wissen und die Fallstudien aus Projektmanagement zu Gute.

In meinem Tagesgeschäft bin ich neben Deutschland oft in Belgien, Frankreich, Schweiz und Italien unterwegs, um mich dort mit den Kollegen der anderen Handelspartner zu besprechen und verschiedene Projekte voran zu bringen. Unsereins wird es kaum glauben, aber die Mentalitäten und vor allem Geschmäcker der besagten Länder unterscheiden sich doch gewaltig.

Um den Erfolg eines Projektes herbeizuführen ist nicht allein fachliches Wissen und Organisation ausschlaggebend. Von Anfang an war es mir wichtig zu wissen wie ich auf neue Kollegen, vor allem von ausländischen Kooperationspartnern, zu gehe und mit ihnen zusammen arbeiten kann. Ich bin sehr froh darüber gewesen, dass wir bereits im Studium Interkulturelles Management und soziale Kompetenz erlernen konnten. Somit wusste ich im Voraus ein paar Fettnäpfchen zu verhindern.

In einem Großkonzern wie der REWE Group, der in 14 verschiedenen europäischen Ländern agiert mit mehr als fünf verschiedenen Vertriebslinien, ist ein grundsätzliches Managementverständnis darüber wie Ziele definiert und verfolgt werden, Prozesse in einander greifen und Strategien in einzelne Geschäftseinheiten herunter gebrochen werden nur von Vorteil. Meine Spezialisierung in General Management kommt mir auch hier zu Gute. Zum einen wurde dadurch ein wesentlicher Grundstein für spätere Managementpositionen gelegt. Zum anderen konnte ich Analysefähigkeiten und Führungskenntnisse erlernen, welche nicht nur mir selbst als Werkzeug dienen, sondern mir auch dabei helfen Handlungsweisen anderer Manager analysieren und verstehen zu können.