Live on stage: Paul Glaser vom English Theatre of Hamburg

5. Januar 2019

UNITE - EBC Hochschule - Paul Glaser

„Theater, Theater, der Vorhang geht auf!“ Diesen Moment erlebt Paul Glaser als Associate Director am English Theatre of Hamburg tagtäglich. 30 Jahre lang war er selbst Darsteller und kann von seiner internationalen Bühnenerfahrung in seinem aktuellen Job profitieren.

 

Herr Glaser, wie sind Sie zum Theater gekommen? Haben Sie schon als kleiner Junge von einer Welt voller Musik, Kunst und Theater geträumt?

Ich bin in eine Kultur- und Theaterfamilie hineingeboren. Und schnell war klar: Theater ist das, was ich machen will. Für mich gab es nie etwas Anderes. Komponiert und geschrieben habe ich schon immer. Und bevor ich Regie geführt habe und jetzt Associate Director am English Theatre of Hamburg geworden bin, stand ich selber 30 Jahre auf der Bühne.

Wenn man sich ihren Lebenslauf mit den einzelnen Stationen anschaut, wird einem schon ganz schön schwindelig. Was war denn am spannendsten? Oder anders gefragt: Welche Station hat Sie am meisten auf Ihrem Weg beeinflusst?

Das war die Zeit als Freiberufler, nachdem ich aufgehört habe, mich durch langfristige Engagements an große Häuser zu binden. Ich war in vielen Produktionen mit immer wieder ganz unterschiedlichen Schwerpunkten tätig: ein Tag Regie, am nächsten Tag Choreografie, dann Musikkomposition usw. Eine gute Schule für das, was ich heute mache. Denn ich habe dadurch einen tieferen Einblick in die vielen Facetten des Theaters. Das sehe ich als großen Vorteil für mich.

Um als Kreativer erfolgreich zu sein, braucht es vermutlich eine große Portion Ehrgeiz. Was raten Sie denjenigen, die diesen Weg gehen wollen?

Wenn Menschen sich für kreative Berufe entscheiden, gibt es für sie oft gar keine andere Wahl. Ehrgeiz braucht es natürlich. Aber vor allem Mut. Mein Rat: Macht die beste Ausbildung, selbst wenn es im Ausland ist. Und dann legt los. Der Start in einen kreativen Beruf ist viel zu wichtig, um Kompromisse zu machen. Das klingt teuer, aber diese Schulen nehmen Studierende mit Talent auf und unterstützen sie meistens finanziell.

Sie arbeiten ja schon länger für das English Theatre of Hamburg. Zugleich scheinen Sie überall auf der Welt zuhause zu sein. Was verbindet Sie mit diesem Theater und der Stadt Hamburg?

Ich bin damals über meine Engagements in Hamburg gelandet. Diese Stadt ist einfach ein guter Ort für deutsche und auch teilweise internationale Kultur. Irgendwann kam ich mit dem English Theatre in Berührung. Und seitdem besteht eine enge Verbindung. Wir arbeiten in einem kleinen Team sehr eng zusammen und haben gute Kontakte zur Theaterszene in London. Das heißt auch, dass wir alle unsere Darsteller in London casten. Es ist sehr spannend, für jede Produktion mit neuen, speziell für die Rollen und deren Herausforderungen passenden britischen Darstellern zu arbeiten. Die Art der Inszenierungen und des Schauspielens bei uns unterscheidet sich von anderen Hamburger Theatern. Sie ist eher wie am West End in London. Der Besuch des English Theatre  ist also fast ein Kultur-Trip nach London.

The English Theatre of Hamburg mit Sitz in Hamburg-Mundsburg (Quelle: The English Theatre of Hamburg).

 

Was reizt Sie an der Zusammenarbeit mit der EBC Hochschule?

Vieles! Als Erstes würde ich mich natürlich freuen, wenn viele Studierende und MitarbeiterInnen ins English Theatre kommen und sich unsere Inszenierung anschauen. Außerdem können Studierende uns auch gerne besuchen und einen Blick hinter die Kulissen werfen, um die Arbeit am English Theatre kennenzulernen. Ebenso wäre unter anderem eine Zusammenarbeit mit den Social Media-Team der EBC Hochschule möglich.

Bei so viel Talent, Kreativität und Leidenschaft für das was sie tun, sind Sie bestimmt rund um die Uhr beschäftigt. Bleibt da noch Zeit für Freizeit? Und wenn ja, was tun Sie dann?

Wenn ich lange an einer Sache ganz fokussiert arbeite, ist es für mich immer auch wichtig mal durchzuatmen und neue Energie zu schöpfen. Mir gelingt Entspannung durch Vielfalt. Wenn ich in London bin, schaue ich mir so viele Theaterstücke wie möglich an. In Hamburg nehme ich mir dann Zeit die Stadt zu genießen.

UNITE - EBC Hochschule - The Picture of Dorian Gray
The Picture of Dorian Gray – eine der letzten Regiearbeiten von Paul Glaser (Quelle: The English Theatre of Hamburg).
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