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Von Luxus in der Arktis bis zur Bushaltestelle für ein Terminal

Campus Hamburg, 28.04.2017

Nach einer Begrüßung durch Präsident Johann Stooß und den hafenpolitischen Sprecher der SPD in der Hamburger Bürgerschaft, Dr. Joachim Seeler, ging das Hamburger Kreuzfahrtevent EBC Cruise Talk in seine bereits sechste Runde.

Mit dem Thema »Hafenplanung- wie viel Kreuzfahrt will Hamburg?« ging es in die erste Runde.

Zur Infrastruktur des Hamburger Hafens befragt, betonte Ralf Niedmers, Fachsprecher für Hafenwirtschaft der CDU-Bürgerschaftsfraktion, dass die Stadt es als ihre Kernaufgabe ansehen müsse, infrastrukturelle Voraussetzungen zu schaffen, damit die Wirtschaft im Anschluss tätig werden könne. So forderte er einen konkreten Wachstumsplan, um dem Hafen als wesentlichem Wirtschaftsfaktor der Stadt gerecht zu werden. Dr. Joachim Seeler setzte dem entgegen, dass immer mehr Reedereien Hamburg anlaufen würden und diese Entwicklung nicht stattgefunden hätte, wenn die Stadt nicht die notwendigen Rahmenbedingungen dazu geschaffen hätte. Das Problem sei vielmehr, dass der Hafen wegen seiner herausragenden Stadtlage enorm beliebt sei, diese Lage aber gleichzeitig das Problem mit sich bringe, dass die Emissionen der Schiffe die Luft in der Stadt belasteten.

EBC-Absolvent und Buchautor Alexander Holst war sich sicher, dass die Reedereien die Stadtlage des Hamburger Hafens und die Lage der Terminals unterschiedlich beurteilen würden. Der von seinen Vorrednern gelobten Stadtlage setzte er entgegen, dass diese auch nachteilig sein könne, da viele Reedereien ihre Landausflüge verkaufen wollten und die kurze Entfernung zur Innenstadt ein solches Landgang-Paket in Hamburg überflüssig mache.

In die Zukunft blickend stand für Aust die Etablierung Hamburgs als Wechselhafen an erster Stelle, statt als Zielhafen, wie es aktuell der Fall ist. So betonte er, dass es kaum eine schönere Einfahrt in einen Hafen gäbe, als den nach Hamburg – höchstens vergleichbar mit Venedig oder New York. FDP-Sprecher Kruse brachte seine Wünsche nochmal zum Ausdruck, indem er einen konkreten Hafenentwicklungsplan forderte, der auch die Kreuzfahrt einschließe, denn diese fehle im aktuellen Entwicklungsplan.

Nach einer Pause ging es mit dem Thema »Expeditionskreuzfahrt – Bringt der Bau-Boom den Markt durcheinander?« in die zweite Runde.

Nike Hornbostel von der Kreuzfahrtagentur GoCruise erklärte, dass der Wunsch nach Exklusivität bei Expeditionskreuzfahrten weit oben stünde. Bei wachsenden Passagierzahlen stünde man vor der Problematik, dass bis dato exklusive Gebiete in Folge der größer werdenden Schiffe an Attraktivität einbüßen würden. Zusammengefasst formulierte sie: »Je größer die Schiffe, desto unexklusiver die Ziele.« Der Geschäftsführer des auf Luxusreisen spezialisierten Anbieters Vista Travel Mathias Moldenhauer setzte dem entgegen, dass seiner Kenntnis nach die Exkursionsschiffe nicht signifikant in ihrer Größe wachsen würden, sondern lediglich veraltete Schiffe durch neue ersetzt würden. Es seien zwar 30 neue Exkursionsschiffe angedacht, wie viele davon jedoch jemals umgesetzt würden, stehe in den Sternen. 

Wunsch nach Flexibilität und Einbindung. Dem pflichtete Talkgast Kapitän Klaus Mewes bei: »Die Gäste wollen heute verstärkt kleine Schiffe, ohne Dauer-Animation. Ein guter persönlicher Service, ein nahbarer Kapitän mit teils sogar geöffneter Brücke, das sind die Dinge, die die Zielgruppe heute erwartet. Die Gäste wollen integriert werden, das zeigen auch unsere Ratings.« Kleine Schiffe und begrenzte Passagierzahlen befürwortete auch Prof. Dr. Helmut Gärtner, Professor für Umweltbildung an den Universitäten Hamburg und Erfurt: »Gäste die auf Exkursionskreuzfahrt gehen, wollen etwas lernen. Ich hatte um die 300 Personen an Bord bei den Vortragsreihen ‚Umweltbezogene Allgemeinbildung auf Kreuzfahrten an Seetagen‘, in dieser Größenordnung fühlen sich die Menschen wohl«. Nike Hornbostel gab zu Bedenken, dass sich ab einer gewissen Größe tatsächlich die Frage abzeichne, ob das überhaupt noch als Exkursion zu bezeichnen sei. In der Arktis dürfe ohnehin nur eine begrenzte Menge von Gästen an Land, so dass übergroße Schiffe hier gar keinen Sinn machten.

 

Der EBC Cruise Talk schloss mit einem formlosen Get together in der Lounge und auf der Dachterrasse der Hochschule und bot zahlreiche Gelegenheiten für den Austausch unter Studierenden, Branchenprofis und Gästen. 

Das 6. Hamburger Kreuzfahrtevent EBC Cruise Talk

Links Talk 2: v.l.n.r. Klaus Mewes (Kapitän), Mehdi Mozuni (Business Model Innovation ITD Braunschweig) und Nike Hornbostel (Head of Travel Agency GoCruis). Rechts Talk 1: v.l.n.r. Dr. Joachim Seeler (Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft (SPD)), Hardy Puls (Country Manager Costa Kreuzfahrten) und Michael Kruse (Wirtschaftspolitischer Sprecher und parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion Hamburg).

Studierende des Studienganges Tourism & Event Management

Das Organisationsteam des EBC Cruise Talk 2017

v.l.n.r.: Ralf Niedmers, Hardy Puls, Michael Kruse, Oliver Schmidt, Dr. Joachim Seeler, Alexander Holst, Prof. Norbert Aust

v.l.n.r.: Prof. Dr. Helmut Gärtner, Kapitän Klaus Mewes, Mehdi Mozuni, Matias Moldenhauer, Oliver Schmidt, Nike Hornbostel

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